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Montag, 26. Mai 2014

Eindeutiger Gewinner dieser Wahl:

Kleine Kurzanalyse zur Coswiger Stadtratswahl


von Torsten Oelsner


Stimmen-König von Coswig:
Dr. EckehardFranz
Ecki Franz for President. So das Ergebnis der Coswiger Wahl zum Stadtrat der großen Kreisstadt. Eindeutiger Gewinner dieser Wahl ist ganz klar der 84-jährige Chef der Linksfraktion. In der Beliebtheit bei den Coswigern, und nichts anderes ist diese Personenwahl, hat er sogar das bisherige unangefochtene Stimmenschwergewicht Bernhard Kroemer hinter sich gelassen. 
Der Blick zur CDU interessiert vor allem wegen der Personalie Sven Böttger, der von der SPD zu den Christdemokraten wechselte. Er kann sich auch als Gewinner der Wahl sehen. Hinter den erwartungsgemäß starken Kandidaten Eichler, Franke, Köhler und Damme belegt er Platz Fünf der CDU Liste. Damit dürfte der Verbleib als Aufsichtsratsvorsitzender der WBV gesichert sein, was ja der Zweck dieses Manövers gewesen ist. Jahrelanger Kontrahent und Mitbwerber um diesen Posten, Christian Buck von der Bürgerliste, kann da nicht annähernd mithalten. 
Überraschend die Ergebnisse von zwei Frauen. Jaqueline Uhlmann, die bei der letzten Wahl noch für die SPD antrat und keinen Platz bekam, schaffte es diesmal mit dem DSU-Ticket in den Stadtrat. 
Und auch bei der SPD hat der Weggang Böttgers keine Lücken gerissen. Sie sitzen wieder mit zwei Leuten im Rat. Corona Knibbe-Lüders hat es hier nach Frank Ulbricht auf den zweiten Platz geschafft. 
An den großen Mehrheitsverhältnissen ändert sich nur eine Nuance. Die CDU bleibt die stärkste Fraktion. Aber wenn Bürgerliste mit den Grünen und diesmal zwei SPD-Abgeordneten eine Fraktion bilden und sich mit der Linskpartei oder den Liberalen und der DSU einig sind, können sie einseitige Beschlusslagen verhindern, bzw. eigene Themen auf die Tagesordnung bringen und durchsetzen.
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Der Text  gibt die (autorisierte) Privatmeinung des Autors wieder. Anfragen, Glückwünsche, Wutausbrüche oder Blumengrüsse sind an ihn zu richten.

Mittwoch, 30. Januar 2013

"Das hat's bei uns nicht gegeben!" - Antisemitismus in der DDR

Wanderausstellung der Amadeu-Antonio-Stiftung in Coswig

ein Bericht
von (c) Reinhard Heinrich

Warum überhaupt hingehen?

Am vorigen Montag, direkt nach der Ehrung der Ofer des Nationalsozialismus (zum Bericht hier), wurde im Gemeindezentrum der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Coswig eine Ausstellung unter dem oben stehenden - durchaus provozierenden - Titel eröffnet.

Frau Schuster als "Moderatorin" der Veranstaltung

Und erst einmal verstand ich jene, die sich weigerten, zu "so etwas" mit hinzugehen, denn es war ihnen schon klar, dass hier wieder einmal ihr "verlorenes Land" in die Pfanne gehauen wird.
Und man könnte mit dieser Ausstellung die DDR tatsächlich in die Pfanne hauen, wenn man einige Tafeln herausgriffe - und ein paar andere wegließe. Und das ist der Hauptunterschied zu so manchen Ausstellungen in der DDR, wo zwar Dialektik in Staatsbürgerkunde hoch gelobt und gelehrt  wurde, die Aussage von (öffentlichen) Ausstellungen jedoch stets parteilich - und damit möglichst einseitig und damit undialektisch - zu sein hatte.

Zwei Bücher - ein "gutes"
und ein "schlechtes"
Man hatte mich gewarnt. Und die Wogen der Entrüstung brandeten hoch - allein wegen des Titels. Um so mehr trieb die Neugier mich hin. Ich informierte mich über die Amadeu-Antonio-Stiftung (anklicken!) - was für ein Glück, denn ich wurde bald danach gefragt.
Das Hingehen hat sich für mich gelohnt. Manches wusste ich, von einigen Erscheinungen wusste ich nicht, dass sie so offen und zahlreich auftraten. Und es war  nicht  nur staatliches Handeln, sondern oft auch der latente, "ererbte" und fast geräuschlose Antisemitismus, der sich in ganz normalen Familien am Abendbrottisch der Alten zeigte und den die Jungen mit auf ihre "Abenteuerspielplätze" nahmen - vom Sport bis zur Armee.

Was gibt es zu sehen?

"Der Staatssekretär für Kirchenfragen
Klaus Gysi schreibt an E.H."
(Durch Anklicken wird das Bild stark vergrössert.)
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Die Ausstellung macht deutlich, dass der realsozialistische Staat "eigentlich nicht gegen die Juden" war - aber eben auch nicht so recht dafür. Aus den ausgestellten Dokumenten spricht eine grosse Unsicherheit der führenden Vertreter von Staat und Partei im Umgang mit einem geschundenen Volk, das sich trotz Vertreibung durch die Kolonialmacht Rom (wegen ständiger Rebellionen) und weltweite Zerstreuung seine Identität bewahrt hat, weil es sich immer weitgehend über seine Religion definiert hat. Auch wenn es spätestens seit der Aufklärung stets säkulare Juden gab - eine Sozialistische Einheitspartei Deutschlands konnte mit Religionen wenig anfangen und duldete diese "Aussenseiter" zwar, tat aber meistens so, als seien sie in der DDR gar nicht vorhanden. Damit erübrigten sich jegliche Bekenntnisse zur Wiedergutmachung, was auch den "antiimperialistischen Klassenstandpunkt" gegenüber Israel, dem "Flugzeugträger der USA" im Nahen Osten, enorm erleichterte.

Samstag, 13. August 2011

Was ist jetzt anders?

Schaufenster Coswig nur noch lesbar für angemeldete Benutzer
von Reinhard Heinrich

Das komplette Forum für angemeldete Besucher.
(Zum Vergrößern bitte Bilder anklicken!)
Eingeschränkt - ohne "Schaufenster
 Coswig": Das Forum für
"Unangemeldete" - oder Unwissende


Wie schon an anderer Stelle gesagt: Es gibt drei sehr oft gelesene Diskussionsstränge im Schaufenster Coswig, die sich um den Bahnlärm drehen. Einer wurde über 18.000 und zwei je über 11.000 mal gelesen (angeklickt). Macht Summa summarum über 40.000 Signale von Interesse.

Und wie T. Oelsner/SZ schon richtig schreibt: Der Anteil an "Datenmüll" war zuletzt verschwindend gering. Allerdings wurden Dinge und Personen mit Namen genannt, gegen die man sachlich hätte argumentieren müssen, wenn man sie nicht durch Stillschweigen sanktionieren will. Und das betraf jetzt nicht die Bahn. Die - gesprächsbereite - Öffentlichkeit muss halt andere Wege finden, um öffentliche Meinung zu artikulieren.


Montag, 11. Juli 2011

CDU und Demokratie

Zweimal Kopfschütteln
von S. Grunert
Als Parteiloser stelle ich mir die Frage: „Wessen Politik vertritt die CDU-Fraktion des Coswiger Stadtrates?“ Zwei Informationen in der Sächsischen Zeitung machen mich stutzig:

1.: In dem Aufsatz „Coswig zeichnet Bildhauer aus“ (SZ 07. Juli 2011) steht „ ... kaum war der Name Holube als Ehrenbürger im Spiel, kam aus der CDU-Ecke das Veto. Von wem genau, lässt sich schwer feststellen, weil die ganze Diskussion fortan peinlichst in nichtöffentlichen Runden ablief. ...“

Screenshot von cdu-coswig.de
/2.: In dem Aufsatz „Coswiger CDU will im Fall Franz Unruhe in der Bürgerschaft vermeiden“ (SZ 07. Juli 2011) steht:„ ... Der Vorstand der Coswiger CDU empfiehlt der CDU-Fraktion im Stadtrat daher Zurückhaltung in dieser Sache. ... Die CDU vertritt als einzige Fraktion die Auffassung, dass es sich hier um eine private Auseinandersetzung handele.“

Zu 2.: Es ist keine „private Auseinandersetzung“ wenn ein Bürger dafür ungebührlich bestraft wird, dass er sich selbstlos für das Wohl seiner Mitbürger einsetzt. Wenn ein solches Beispiel Schule macht, dann ist kein Mieter bei der Wohnungsgenossenschaft Coswig (WGC) vor der Willkür seines Vorstandes mehr sicher. Für alle, die den „Fall Franz“ noch nicht kennen, Herr Dr. Franz hat lediglich versucht, eine bauliche Veränderung zu verhindern, die sich für viele Mieter nachteilig auswirken würde und nicht nötig ist. Der Vorstand der WGC müsste ihm dafür dankbar sein!

Buddie ist schon wieder abgängig